Uhren-Blog

Hublot Aerofusion Titanium Chronograph

Man kann den Wert einer Uhr unmöglich durch analytisches Herangehen errechnen. Denn der wahre Wert liegt nicht in der Summe der Materialien, sondern in der Schöpfung des Gesamtwerkes. Wenn ich sehe, was Hublot aus einem Sellita SW300 bzw. ETA 2892, erschaffen hat, so verdient dieses Werk die Hublot eigene Bezeichnung HUB 1155 vollends.

Gerade die Verwendung fremder Werke anstelle eines eigenen Manufakturwerks ist heutzutage ja bereits häufig Grund des Anstoßes. Wenn man aber aus einem sehr guten Basiswerk eine solche Augenweide kreiert, dann ist der Ansatz von Jean-Claude Biever, dieses Werk nicht unter einem Zifferblatt oder Stahlboden zu verstecken, genau richtig. Vergleichen wir das Standardwerk mit einem Stück Gold, dass man zwei Goldschmieden übergibt. Bei dem einen reichen die Fähigkeiten dazu daraus einen Ring zu schmieden, der andere macht erarbeitet ein filigranes Diadem. Bei gleichem Ausgangsprodukt kommen zwei qualitativ vollkommen unterschiedliche Werke heraus.

Und genau so sehe ich das bei der Aerofusion Titanium zu Grunde liegende Werk: Es dient lediglich als Rohstoff um daraus etwas wunderschönes zu erschaffen.

Mit einer Größe von 45mm ist das Gehäuse sicher für viele an der Grenze des tragbaren. Für mich persönlich ideal. Die Bauhöhe von ca. 13.7mm ist sicherlich dem Chronographenaufsatz geschuldet. Trotzdem wirkt die Uhr durch das Gehäusedesign und auch durch die Leichtigkeit des Titans nie klobig und schwer.

Das Armband ist auch wieder eine Art Fusion aus zwei Materialien: An der Außenfläche haben wir edles Krokoleder, innen – sehr sinnvoll, waschbares Kautschuk. Der Tragekomfort ist ungemein hoch. Auch hier bleibt allerdings wieder die kleine Kritik, dass das Band etwas länger sein dürfte. Damit ich die Uhr tragen kann, muss ich bereits das letzte Loch nutzen. Mein Handgelenksumfang sind ca. 19-20cm. Die Faltschließe besteht aus Edelstahl.

Die Gangreserve liegt auf Normalniveau bei 42 Stunden

Das Highlight ist sicher das skelettierte Zifferblatt, das den Blick auf die Technik des Werkes freigibt. Die Zeiger und Applikationen sind rhodiniert und hochglanzpoliert. Die einzelnen Zahlen des Datumsrades sind herausgearbeitet und nicht aufgedruckt. Dadurch erhält man ein wunderschönes 3D Datum. Leuchtmasse sucht man vergebens, weswegen die Uhr in der Nacht nicht ablesbar ist. Das ist sehr schade, auch wenn es sicherlich dem Design geschuldet ist. Wie bei allen skelettierten Uhren leidet unter der Skelettierung die Ablesbarkeit. Aber eine solche Uhr kauft man auch nicht, um besonders klar die Uhrzeit abzulesen, sondern sich an der Schönheit eines mechanischen Werkes, dass kunstvoll aufbereitet wurde, zu erfreuen.

Auch der Blick durch den Saphirglasboden lohnt sich, denn auch hier wurde mit viel Liebe zum Detail veredelt und verziert.

Preislich kostet einem der Wunsch, eine solche Uhr zu tragen, keine Kleinigkeit. Der Listenpreis liegt bei ca. 16.000 € und schaut man bei Chrono24, so kann man ab ca. 12.000 € ein ungetragenes Modell erwerben.

Kommen wir zum Fazit:

Mit gefällt die Aerofusion Titanium hervorragend. Sie schafft in meinen Augen den Spagat eine extrem hochwertige und skelettierte Uhr zu sein und dabei trotzdem nicht protzig oder aufdringlich zu wirken. Das ist gerade bei skelettierten Uhren nicht immer einfach.

Marcus Finger

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